Luxemburger Wort, Stad a Land, Montag 16 Januar 2012, Seite 13
Ein Blick hinter die Kulissen
Informationen und vielfältige Kulturdarbietungen wurden den Besuchern angeboten
Was tut eigentlich das Kulturministerium? Wer keine richtige Vorstellung hatte, der konnte sich am Samstag ein Bild davon machen. Im „Hôtel Terres Rouges“ am hauptstädtischen Boulevard Roosevelt, dem neuen Sitz des Ministeriums, fand nämlich ein Tag der offenen Tür statt.
Zahlreiche Besucher fanden sich ein, um einen Blick hinter die Kulissen des Kulturministeriums zu werfen. Jede Stunde fand unter der Leitung von Jean Rhein eine Führung durch das Gebäude statt. Auf Interesse stießen nicht nur die Kasematten, die sich unter dem Haus befinden, sondern auch das riesige Archiv. Daneben wurden die Besucher durch den Konferenzsaal und das Büro von Kulturministerin Octavie Modert geführt, die persönlich anwesend war, um die Gäste zu begrüßen.

Im Stundentakt wurden die Besucher durch das Hôtel des Terres Rouges am Boulevard Roosevelt geführt. (FOTOS : MARC THILL, RAYMOND SCHMIT)
Wem der Begriff Kulturministerium bis dahin etwas abstrakt erschien, der konnte erfahren, dass es vielfältige Aufgaben hat. Unter seinen Zuständigkeitsbereich fallen u. a. die nationale und internationale Kulturpolitik, die regionale Entwicklung der Kultur, das Statut der unabhängigen professionellen Künstler, die Förderung des künstlerischen Schaffens, das nationale kulturelle Erbgut und das Erstellen von Statistiken.
Das Ministerium kümmert sich daneben um die Förderung der luxemburgischen Sprache, den nationalen Bücherrat, den nationalen Literaturwettbewerb, die Denkmalpflege und die Kommission zur Überwachung der religiösen Gebäude.
Weiter ist das Kulturministerium zuständig für die Aushandlung, die Unterzeichnung und die Ausführung von Kulturabkommen, die interregionale Zusammenarbeit im Bereich der Kultur, die nationale Kommission für die Zusammenarbeit mit der Unesco, das europäische Institut für Kultur, das Pierre-Werner-Institut, für die Kultur in der Großregion und die Förderung von Künstlern auf internationaler Ebene. Schließlich übernimmt das Ministerium die Koordination von Kulturinstituten wie dem Nationalarchiv, der Nationalbibliothek, dem nationalen audiovisuellen Zentrum, des nationalen Literaturzentrums, des kunsthistorischen Museums, des naturhistorischen Museums und der Denkmalschutzbehörde.
Auf die Besucher warteten den ganzen Tag über aber nicht nur Informationen, sondern auch Darbietungen von Künstlern. So standen Konzerte von André Mergenthaler und Aude Miller, des Konservatoriums der Stadt Luxemburg, von Serge Tonnar und seiner Gruppe Legotrip, des Trio Aurora und des Chors der Ministerien unter der Leitung von Camille Kerger auf dem Programm.
Um Theater ging es mit Claire Thill und um die Fotografie mit Anne Michaux. Tänze wurden vorgeführt von Gianfranco Celestino, Yuko Kominami, Tania Soubry, Lisa Berg, Lex Gillen und Tomàs Tello. Die Zirkusvorführungen von Zaltimbanq und die Darbietungen eines Jongleurs rundeten das Programm ab. (rsd)



